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Freitag, 15. Februar 2013

Lottis Plätze

Fr 15.2.13
Pferdefleisch enthält gefährliche Arznei.
Pferdefleisch in Fertiglasagne zu nutzen und es nicht zu deklarieren ist ein Verstoß gegen das Deklarierungsgebot. Fertiglasagne zu essen dagegen ist ein Verstoß gegen das Geschmacksgebot. Dann lieber fasten. Pferdefleisch in der Fertiglasagne gehört dabei wahrscheinlich noch zu den besseren Zutaten.
Wie Tiere, auch und gerade unsere Nutztiere, behandelt werden, ist eine Schande. Kein Respekt. Das ist der Skandal.

Die Berliner Plätze, die ich mit Lotti in der letzten Woche begangen habe, haben ja allesamt Namen. Sie sind benannt worden nach etwas oder jemandem, von dem man geneigt ist zu meinen, daß es einem irgendwie bekannt vorkommt. Tatsächlich ist es einem höchstens geläufig, weil man es so oft gehört hat, aber den Namenshintergrund wissen? Der Olivaer Platz mit seiner wichtigen Lage innerhalb der westlichen City ist mir so bekannt und präsent über die Jahrzehnte geworden, daß ich selbst schon glaubte zu wissen, was sich hinter 'Olivaer' verbirgt. Im Gehirn war das - anklingend - eher so abgelegt in der Nähe von 'Olivia' und 'Oliver' ... Bei den anderen Plätzen war Wissen meistens ebenfalls Fehlanzeige


Olivaer Platz mit Hunden,gestern
Olivaer Platz also von Oliva:  Heute ein Stadtteil von Danzig. 1660 wurde im Kloster Oliva der Friedensvertrag von Oliva (Pax Oliviensis) geschlossen, der für das Kurfürstentum Brandenburg die Beendigung der erfolgreichen Teilnahme am Zweiten Nordischen Krieg bedeutete.


Sparrplatz,letzten Dienstag
Inhaltlich korrespondiert hiermit der Weddinger Sparrplatz. Der ehemalige Platz 'B' des Hobrechtsplans wurde 1897 nach Otto Freiherr von Sparr benannt, der von 1605 bis 1668 lebte und als brandenburgischer Generalfeldmarschall und Organisator der Artillerie mit Sicherheit beim Zweiten Nordischen Krieg mitgemacht hat.

Ludwigkirchplatz,letzten Montag
Der Ludwigkirchplatz ist ziemlich einfach, nämlich wörtlich zu nehmen: 
Bis 1895 hieß er Straßburger Platz. Mit der Grundsteinlegung in jenem Jahr für die Katholische Kirche St. Ludwig wurde der Platz genau in diese umbenannt.

Nettelbeckplatz, heute
Beim Nettelbeckplatz mit seinem Vulkantanzbrunnen hat man es mit einem frühen Fall von Namenssponsoring zu tun. Benannt wurde der Platz, was auf der Hand liegt, nach einem Herrn Nettelbeck, genauer nach Joachim Nettelbeck, der während seiner langen Lebenszeit von 1738 bis 1824 eine wahrlich schillernde Person war. U.a. hatte er sich hervorgetan bei der Verteidigung der Hafenstadt Kolberg im Jahre 1807 gegen Napoleonische Truppen. Das allein hätte aber noch nicht zur Platzbennenung geführt. Nun kommt der Großgrundbesitzer Christian Wilhelm Griebenow ins Spiel. Er hatte ebenfalls an der Verteidigung Kolbergs teilgenommen und den Wunsch geäußert, Nettelbeck in Form eines Straßennamens im Wedding verewigt zu haben. Im Gegenzug vermachte er sein Vermögen der Stadt. Der vormalige Platz 'M' im Rahmen der Hobrecht'schen Stadtplanung bekam deshalb 1884, fast 20 Jahre nach Griebenows Tod, den Namen Nettelbecks.


Max-Josef-Metzger-Platz,Lausepark, heute

Bleibt noch unser Lausepark. Griebenow wollte darüberhinaus auch den Baron de Courbière im Straßenbild verewigt haben, - der sich 1807 bei der Verteidigung von Graudenz hervorgetan hatte. Dafür wurde der Platz 'C' ausgewählt, der 1887 Coubière-Platz benannt wurde. Seit 1994 trägt der Platz den Namen  'Max-Josef-Metzgers', der gegenüber in der St.Josephs Kirche katholischer Pfarrer war und von den Nazis ermordet wurde. 
(Vgl. Heidrun Joop, Berliner Straßen Beispiel Wedding, Berlin 1987, S. 123; Gerhild Komander, Der Wedding, Berlin 2006, S. 88 f.; ansonsten Wikipedia.) - Wenn man übrigens so angibt, wo man etwas herhat, wird man auch keinen Doktortitel los! So einfach ist das. Allerdings weiß jetzt jeder, daß das nicht auf meinem eigenen Mist gewachsen ist. Ists ja auch nicht, kann ich doch sagen, wo es her ist.  -
Um auf den Platz zurückzukommen; der heißt bei den -älteren- Einheimischen nach wie vor Lausepark. Was es mit dieser Benennung auf sich hat vgl.:  http://www.berlinbanal.blogspot.de/2010/12/bahnhofsrunde.html. 

Mittwoch, 27. Juli 2011

Wowie war im Lausepark

Jetzt hab ich mich doch ein bißchen geärgert, daß ich das Handy extra nicht mitgenommen hatte, als ich heut vormittag mit Lotti Gassi gehen war. Konnte ich keine Bilder machen.

Ich denke, was'sn da los, als ich aus der Haustür trete. Gegenüber auf der Wiese des Lauseparks 4 riesige auf Stellwänden aufgezogene Plakate und davor ein Auflauf, daß man wunder was denkt was da los ist.
Ich ziehe mit Lotti etwas zielstrebiger als sonst zum Übergang über die Müllerstraße, lasse zuvor rechts das SPD-Haus liegen und sehe schon aus der Entfernung das rot unterlegte 'SPD' auf den 4 Plakaten prangen.
Ach klar, Wahlkampf steht vor der Tür, stellt die SPD ihre Wahlplakate vor, hier, schräg gegenüber vom Sitz ihres Landesverbandes Berlin.
Beim Überqueren der Straße war uns schon ein Flotter Dreier entgegengekommen, - das klassische TV-Team bestehend aus 1 Redakteur/in, 1 Kamera, 1 Ton -, aber ohne Senderabzeichen, wahrscheinlich also nur für de parteiinterne Dokumentation. Ansonsten aber keine Kamerateams, nur diverse Menschen und Grüppchen, davon einige mit Notizblöcken oder Mikrofonen oder in der Hand, wie sich beim Näherkommen herausschält.

Lotti mußte ich allerdings für ihr offensichtliches politisches Desinteresse tadeln: Während ich zur Wiese hinstrebte, hatte sie beharrlich in die entgegengesetzte Richtung gezogen und gezerrt. Dabei war die Wiese nicht nur letzte Woche erst gemäht worden, nein sie war auch frei von Müllresten, als wäre hier extra ein Räumkommando vorab unterwegs gewesen, um aus einer etwas verkommenen Liegewiese einen weichen Rasenteppich zu zaubern. Und als einen solchen wollte ich mit Lotti doch auch einmal die Wiese betreten.

Während es also Lotti eher zu den nach wie vor mit Essensresten garnierten Gebüschen zog, strebte in mir natürlich alles hin zum Regierenden. Wowie stand dort nämlich auf dem Rasen des Max-Josef-Metzger-Platzes vor dem geöffneten Tryptichon der überdimensionierten Wahlplakate - die waren zu 2 Plakaten im Winkel von 180 Grad zueineinander (Mitteltafel) und jeweils 1 Plakat an beiden Seiten im Winkel von 45 Grad (die beiden schmaleren Flügel) angeordnet. Im Gesicht hatte er ein Mikrofon, und er bewegte seine Lippen. Ich hörte nicht, was er sagte, da ich mich nun nicht so weit hineindrängeln wollte und ich mußte ja auch aufpassen, was Lotti trieb. Nicht daß ich hier im Angesicht der Regierung einer Anti-Hunde Haltung Nahrung verschaffen würde. Is auch nix passiert.

Michael Müller, der Fraktionsvorsitzende der SPD, lümmelte auch - am äußeren Rand des Plakataltars, die Arme vor der Brust verschanzt und die Lippen bewegend -  herum. Während sich um unseren Regierenden Wowie diverse Menschen amphitheatrisch formiert hatten, standen alle anderen Teilnehmer, ob von Partei oder Presse, einzeln oder in kleinen Grüppchen wie nicht eingewiesene Statisten auf dem Rasen herum und schienen wenig mit sich anfangen zu können, zumal hier draußen die Krücken eines kalten Büffets, wie ein Gläschen Schampus/OSaft oder ein Schnittchen, sichtbar fehlten, weshalb eben auch keine rechte Haltung aufkommen wollte.

Lotti besorgte ordnungsgemäß ihre Geschäfte und ich ebenso ordnungsgemäß deren Entsorgung. Wowie überquerte kurz vor uns die Müllerstraße, schwang sich in den Fond seines drüben Ecke Burgsdorfstraße wartenden, berüchtigten Sonder-7er-BMWs, ein Sicherheits BMW vor, einer hinter ihm, und auf gings.

Als ich, mit Lotti von Gassigang zurückgekommen, M. von Wowie drüben bei uns berichtete, rief sie:
Was! und ob ich ihm mal die Mißstände hier und überhaupt, was so alles falsch läuft, geschildert hätte,
mußte ich natürlich gestehen, daß ich das versäumt hätte.

Ich hatte auch nicht den Spaß verderben wollen, und sie haben sich doch schon so viel Mühe mit den Plakaten gegeben.
? - Was war denn auf den Plakaten? - ?
Oben rechts auf rot 'SPD'; unten rechts auf irgendwie blau-grünlich 'Berlin verstehen' . Dazu in Großaufnahmen 2 mal 2 Frauen; 1 mal 1 Mann mit Baby auf Arm; und 1 mal irgendein Mann.
? Und was soll das sein, was soll das heißen ?
Ich hab keine Ahnung; ich habe wirklich nicht den blassesten Schimmer.
Aber nur in den KRASSESTEN Fällen wird eine Partei ja auch TROTZ ihrer Wahlwerbung NICHT gewählt.

P.S. (in eigener Sache) Im letzten, dem 'Rätsel'-Post vor knapp vier Monten war ich auf einer meiner vielen Medizintouren unterwegs gewesen, um meine 'Maske' neu vermessen zu lassen. Diese 'Maske' (mehr so eine aufgeschnittene Büste, und damit ganz schön platzgreifend)  hatte ich in einem schwarzen Müllsack mit mir herumgeschleppt, um sie danach zum Behandlungstermin mitzunehmen. Dabei war ich auf K. getroffen, die sich mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit befunden hatte. Normalerweise hätten wir uns später abends noch einmal beim Badmintonspielen gesehen. 

Montag, 6. Dezember 2010

Bahnhofsrunde

Als Lotti gestern vormittag am Ausgang des Lauseparks nach rechts vom Park wegzog, dachte ich, machen wir eben die Bahnhofsrunde.
Am Sonntagvormittag liegt die Stadtlandschaft am ungestörtesten da, nur spärlich genutzt von Menschen oder Autos. Die Schneedecke allerdings würde noch beschönigen.

Wir könnten auch links rüber zum Urnenfriedhof gehen, ziehen aber die Gerichtstraße runter, und lassen die Post rechts liegen.

Das in den späten 20er Jahren erbaute Gebäude der ehemalgen Hauptpost N 65 mag zwar denkmalgeschützt sein, ich fand das expressionistische Bauwerk aber immer schon er- und bedrückend, allerdings enorm praktisch, da leicht zu erreichen.

Nun ist die Post geschlossen worden; zu renditedrückend die Immobilie offenbar.

Beim Eintrit auf den Nettelbeckplatz scheut Lotti. An einem der Dönerimbisse steht ein Mann mit sehr großem kräftigen Hund, der auf Lotti aufmerksam geworden ist. Lotti folgt mir eng am Fuß vorbei an dem Paar.

Am Abend vorher auf der Abendrunde waren wir in der Triftstraße an einer Gruppe jüngerer Männer mit Flaschen in der Hand vorbeigekommen, die eine ungünstige Aura schon von weitem verströmt hatten. Ich war mit Lotti sehr stringent und in gehörigem Abstand auf dem breiten Fußweg an der Gruppe vorbeigezogen, ohne auch nur den geringsten Kontakt zu der Gruppe herzustellen. Trotzdem rief man mir hinterher, 'Verzieh dich mit deiner Töle'. Darauf reagierte ich jedoch ebenfalls nicht, sondern behielt meinen forschen Schritt bei.
Sowas kann schnell kippen!

Der Nettelbeckplatz an einem Sonntagvormittag kann oberflächlich ganz idyllisch wirken. Das liegt dann jedoch vor allem daran, daß er leer, wie unbewohnt ist. Bei entsprechendem Wetter kann er deshalb auch  unbehaust, verlassen wirken.

Von rechts kommend berührt die Lindower Straße den Platz. Sie verläuft parallel zum Bahndamm bis vorne zur Müllerstraße.  Vergrößert man das Bild, so kann man linkerhand den S-Bahnhof Wedding erkennen, auf dem ein Zug der Ringbahn eingefahren ist.

Das ist dieser Tage - und auch noch am Sonntag - keine Selbstverständlichkeit. Die Deutsche Bahn hat es diesmal schon nach dem ersten Schneefall mit moderaten Minustemperaturen geschafft, die S-Bahn nicht mehr ernsthaft funktionieren zu lassen.

Es macht eben einen Unterschied, ob man einen Verkehrbetrieb wie die S-Bahn betreibt, um Menschen unter den betriebswirtschaftlich günstigsten Bedingungen so gut wie möglich zu befördern, oder ob man die Beförderung von Menschen betreibt, um eine möglichst gute Rendite zu erzielen. 

Biegt man nun rechts um die Ecke, wird der Blick frei auf die Reinickendorfer Straße. Vielleicht ist freier Blick hier nicht die völlig angemessene Beschreibung. Zum einen drängt sich die Bahnbrücke für die Ringbahn sowie die nach Norden fahrenden Züge wuchtig vor das Auge; zum anderen würde hier eigentlich eine unsichtbare Grenze markiert sein: die der durch den S-Bahn Ring defnierten Umweltzone. Wer diese Brücke unterquerte, begäbe sich in die feinstaub-light Umweltzone. 

Den hinteren Eingang des S-Bahnhofs Wedding muß ich aber erst noch mitnehmen, auch wenn Lotti nicht eben hilfreich beim Fotoschießen ist.
Was Vorder-, was Hintereingang ist, läßt sich bei einem S-Bahnhof nicht immer gleich sagen. Hier liegt es auf der Hand.
Diese Hintereingangstreppe hat was Gruseliges, Gefahrverströmendes. Eigentlich kann einem gar nichts passieren, wenn man da hinauf geht; es sei denn, eine Hitchcock Kamera würde den Aufstieg filmen.

Geht man unter der Brücke hindurch die Reinickendorfer weiter, ist man trotz alledem nicht in der Umweltzone, obwohl man sich nun innerhalb des S-Bahn Ringes befindet. Die wahrscheinliche Begründung  für diesen Widerspruch offenbart sich einem jedoch erst rechts hinter der Straßenbiegung.
Zuerst jedoch noch schnell einen Blick auf den Weddingplatz linkerhand mit der betongrauen 70er Jahre Dankeskirche. Es ist der alte Kirchplatz des Dorfes und Vorwerks Wedding und hieß auch bis 1835 so. Dominiert wird der Platz schon lange aber von ...

Schering.  Das ist zwar seit Ende 2006 auch nicht mehr ganz zutreffend, da die Schering AG ist von Bayer übernommen wurde, seitdem Bayer Schering Pharma AG heißt und zukünftig ganz ohne den Namen Schering weitergeführt werden wird.
Für den Anwohner wird das Terrain aber voraussichtlich auf Jahrzehnte weiterhin 'Schering' benannt werden, wie in: 'Dann mußt du bei Schering rechts abbiegen ...' und nicht wie es dann korrekt wäre: Dann mußt du bei der Bayer HealthCare abbiegen.

Das penetrant groß über der Fennstraße prangende Unternehmensmotto: Science for a Better Life heißt - frei - übersetzt auch nichts anderes als 'Ringelpietz mit Anfassen'!

Diese ganze Fennstraße hier hinunter herrscht, obwohl deutlich innerhalb des S-Bahnrings gelegen, keine Umweltzone. Die Vermutung ist, daß damit den Lieferfahrzeugen von und für Schering der Weg zur Autobahn frei gehalten werden sollte. Eine Vermutung, mehr nicht, aber auch nicht ganz unlogisch.

An der Ampel rechts gehts nun aber wieder Richtung Norden in die Müllerstraße zurück.  Wenn man jetzt ganz ehrlich ist und allen Lokalpatriotismus abstreift, wird man kaum behaupten können, daß sich einem hier ein verheißungsvoller Stadtlandschaftsanblick bietet.

Von nahem betrachtet wird das nicht besser. Ohne je dagewesen zu sein; einen Supermarkt an einer Ausfallstraße von Bukarest oder Sofia stelle ich mir äußerlich auch nicht wesentlich anders vor.
Diese Nettofiliale hat innen den Charme einer Ramschkiste. Die angebotenen Waren wirken als wären sie in einer anderen Filiale schon einmal ausgelegt worden.

Deshalb nur schnell weiter, unter die Brücke des S-Bahnhofs Wedding mit seinem Haupteingang und Übergang zur Ubahn. Und raus aus der Umweltzone. 

Durchatmen. Das sieht doch schon ganz anders aus. Rechts das Arbeitsamt und gleich dahinter beginnt der Lausepark.
Den nenne ich ja hier immer so so selbstverständlich, als verstünde sich von selbst, daß der ehemalige Courbiereplatz und heutige Max-Josef-Metzger-Platz eigentlich Lausepark hieße. Für die Einheimischen - und das sind eher nur noch wenige - ist das durchaus klar.

Unklar, woher der Name Lausepark kommt. Nicht mal Googlen hilft hier wirklich, höchstens indirekt: In Velten gäbe es einen Viktoriapark, der ebenfalls Lausepark im Volksmund genannt wird. Das hätte folgenden Hintergrund: Weil sich Liebespaare im Park trafen und zusammensaßen, wie sich lausende Affen.

Eine solche Herleitung ist nicht auszuschließen auch für den Weddinger Lausepark. Es könnte aber auch eine alte Sprachform für das Terrain zugrunde liegen, nämlich das 'lusige Fenn', niederdeutsch für ein feuchtes, sumpfiges Gebiet. Topographisch, wie die nahe Fennstraße noch anklingen läßt, wäre das auf jeden Fall begründet.

Und wenn ich es in meiner Stadtlandschaft noch idyllischer als mit dem Lausepark haben will, dann gehts mit Lotti in die Rehberge. Diese Postkartenwinterlandschaft hatten wir da am Sonnabend nachmittag eine Stunde vor Sonnenuntergang:


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Mittwoch, 20. Oktober 2010

Bisher buntester Blog-Beitrag






Das wird der bestimmt bunteste Beitrag des Blogs bisher.

Der Lausepark kann selbstverständlich nicht konkurrieren mit den
Wäldern Kanadas oder der USA im Indian Summer, allein schon von der Temperatur her. Da wird seit einigen Tagen hier morgens auch mal angedeutet, wie sich Nullgrad anfühlen.

Um sich die Welt aber schön zu sehen, reicht auch die einheimische Herbsteinfärbung  der Bäume und Sträucher, finde ich.

Die Farbenpracht läßt einen hinwegsehen darüber, wie es feuchtkalt von unten die Beine hochkrauchen kann, trotz richtiger Kleidung, und daß die früher einsetzende Dunkelheit beginnt, unangenehm in den Tagesablauf einzugreifen. Sonnenuntergang heute 18 Uhr, und wir haben noch immer Sommerzeit.
   
Ich hab ja länger schon nichts mehr über das Wetter u.dgl. vermerkt und eigentlich will ich mich in diesem Post auch nicht darüber auslassen. Auf der anderen Seite muß ich einiges zum Komplex Wetter, oder genauer Jahreszeiten und ihre Wechsel sagen, ob ich will oder nicht. Denn es verhält sich nämlich so:

Im Grunde sollen in diesem Post nur einige Herbst-bilder gesammelt werden. Es gibt in diesem Blog ja noch keine, und es kann auch keine geben , da ich erst angefangen habe, als die Bäume schon nach Winter aussahen, ohne Blätter, ohne Herbstlaub.

Na ja, und nur so Bilder in einem Blog, da muß doch noch irgendwas geschrieben werden. Deshalb jedenfalls Wetter und so.

Und wenn dann erst das einzig Bunte die Rücklichter der Autos und die Leuchtreklamen der Geschäfte sein werden, sehe ich mir die Bilder in diesem Post an, tja und vielleicht wirds mir dann ganz heimelig.

Aber auch im nächsten Sommer, wenn mir die Hitze über den Kopf wachsen will und ich die umhergeisterden Pollen verfluche, sehe ich mir wiederum diese Bilder hier an, und denke, daß der Sommer und seine grünenden und blühenden Bäume und Sträucher auch so seine Vorteile haben kann.

Hier links unten im Bild auch der erste in den Lausepark entsorgte Röhren-Fernseher der Saison. Bei dem Run auf Flachbildschirme wird das nicht der letzte sein.

Ja und hier habe ich noch ein Bild.
Das farben-reiche Laub an den Bäumen im Herbst ist das eine. Die Laubteppiche am Boden, die im wahrsten Sinne die Erde verwandeln, sind das andere.

Noch was zum Kinderspielplatz und seinen eingezäunzten Spielgeräten: Ein Kind, so ein Dreikäsehoch,  rennt noch etwas ungelenk in Richtung Spielplatz. Die Mutter aufgeregt hinterher, nein da kannst du nicht rein, das ist doch kaputt. Sie wiederholt schon fast hysterisch, nein das ist kaputt, da darfst du nicht rauf.
Als ob der kleine Junge auf den eingezäunten Spielplatz rauf und an die Geräte rangekommen wäre!

Freitag, 10. September 2010

Aber nur kucken!

Gehe ich mit Lotti mal wieder durch die Ruheplatzstraße, ist der Zaun weg. Bestand hier vorher die 'Geschützte Grünanlage' nur aus jeweils einem schmalen Streifen Grün links und rechts neben dem Fußweg, ist nunmehr die gesamte Fläche, die man hier linkerhand sieht, bis zum Friedhofszaun hinzugekommen.

Die Ruheplatzstraße verläuft parallel zur einen Seite des Urnenfriedhofs. Mit der Einstellung des zugehörigen Krematoriums Wedding schwand wohl auch der Bedarf an Urnengrabstellen, sodaß ein Teil des Friedhofs der 'Geschützten Grünanlage' in der Ruheplatzstraße zugeschlagen werden konnte.*

Soweit so erfreulich, denke ich. Das sieht doch richtig idyllisch aus in dieser ansonsten engen und dicht bewohnten Straße, gibt ein gutes Raumgefühl, das gibt neue Auslauffläche. Lotti schnüffelt das neue Terrain schon mal ab.

Aber da waren wir wohl etwas voreilig. Übersehen hatte ich doch glatt das farblich dem Umgebungsgrün des Rasens hübsch angepaßte Hinweisschild - genauer Schild mit klaren Angaben, was nicht getan werden sollte - noch genauer Verbotsschild:

Bitte ggf. vergrößern durch mehrfach Klicken

RASENFLÄCHE BITTE NICHT BETRETEN. HUNDE SIND FERNZUHALTEN.
Mußte ich mich wenigstens nicht echauffieren, daß man mit Hund wieder mal ausdrücklich ausgesperrt war, denn das sprach ja nun jeden Bürger, auch den ohne Hund an.
So richtig etwas hat der Bürger aber damit nicht von der neuen Grünfläche, ja überhaupt von der Geschützten Grünanlage.

Wo darf ich denn nun mit Lotti hin? Hierfür ist wieder einmal ein kleines Schilder-studium notwendig.

Das große Schild erlaubt mir und einer angeleinten Lotti ausdrücklich den Zutritt; das kleine Schild verbietet uns den Zutritt. Ich darf mich mit Lotti also in einem gedachten Raum zwischen den beiden Schildern bewegen. Das entspricht kurz gesagt dem Bürgersteig, plus einem jeweils ganz schmalen Streifen zu beiden Seiten des steinernen Fußwegs.

Ansonsten gilt: NUR KUCKEN!

Nun war ich ja mit Lotti gerade erst drüben aus dem Lausepark gekommen. Der Öffentliche Spielplatz dort ist für uns sowieso No-Go-Area. Gleich dreimal wird an einem der Eingänge das Hundeverbot ausgesprochen.
 













Wir sind seit geraumer Zeit aber nicht die einzigen, die ausgesperrt sind. Offensichtlich sind die Klettergerüste instabil, weshalb dieser Bereich des Spielplatzes gesperrt ist.














Tja Kinder, so sieht das aus, wenn es heißt: ABER NUR KUCKEN



* Inwieweit und ob es sich um eine Kompensationsmaßnahme in Zusammenhang mit dem Verkauf des Krematoriums handelt kann ich nur vermuten.

Samstag, 26. Juni 2010

Hohe Himmel

Ich wollte eigentlich was über den Sommer sagen, aber erstmal war gestern der Desinfektor da, genauer eine Desinfektorin, um die Wohnung, in der wir letzte Woche den Mieter Poppy tot aufgefunden hatten, zu ... ? ja zu was eigentlich?
-Um die Wohnung zu desinfizieren und zu entwesen.

Die Desinfektorin sah aus wie aus 'Killer-Virus III', im weißen Ganzkörperoverall und mit Gasmaske.
-Logisch, wenn man die Wohnung begast, d.h. sie mit gifttigem Gas flutet.
Die Frau war ganz rot und erhitzt, nachdem sie fertig war und wieder in Straßenkleidung da stand.
-Kein Wunder bei der Wärme und in geschlossener Schutzkleidung arbeiten - Schwitz!
Sie war eine junge Frau, so gut Mitte zwanzig vielleicht. Wie sie denn zu diesem Job gekommen wäre.
-Lächelt sie und sagt, mein Vater ist der Chef. Ab morgen können Sie wieder rein in die Wohnung.
-Können wir aber tatsächlich noch nicht, da die Wohnung noch nicht freigegeben ist und der Wohnungsschlüssel von der Polizei wieder zum Nachlaßgericht gebracht wurde.

Als die Desinfektorin in die Wohnung gegangen war, hatte sie erst einmal die Fenster aufgemacht.
-Ich hatte ja gedacht, daß irgendein Vorhang oder Rolleau vor dem einen Fenster angebracht wäre. Aber nein, das war so abgedunkelt, weil es von einer Fliegenwand bedeckt war.
Die zerstoben nun zum Teil ins Freie hinaus, wie man unten vom Hof aus sehen konnte, gefolgt von einigen Geruchsschwaden. Nach einiger Zeit schloß die Desinfektorin die Fenster wieder.
-Die Desinfektion ist auf die Beseitigung von Mikroorganismen ausgerichtet, also Ein- und einige Mehrzeller; kurz Bakterien, Viren, Pilze, evtl. Algen oder Protozoen.
Entwesung oder Desinsektion vernichtet tierische Schädlinge, insbesondere krankheitsübertragende Lebewesen,  nach §18 Infektionsschutzgesetz beschränkt auf Nichtwirbeltiere.

Ein Stück der Dielung mitsamt drunterliegender Schüttung muß ausgetauscht werden. Von daher kommt auch immer wieder dieser penetrierende Geruch. Da ist Körperflüssigkeit, die Flüssigkeit aus der der Körper zu ca. 2/3tel besteht, durchgegangen.
-Rechne dir mal aus, wieviel Liter da zusammenkommen können.
Nach dem Austausch wird nochmal abschlußbegast.
Gegen den Geruch würde WickVapoRub helfen, unter die Nase geschmiert; oder Parfüm.
-Aber überlegen Sie's sich gut. Das Parfüm können Sie später dann auch nicht mehr riechen. Das verbindet sich.
-Gibts nicht was Spezielleres.
-Fläschen mit Geruchsumwandler, können Sie bei uns abholen.

-Jetzt muß ich an die frische Luft.
-Is ja genug von da.
-Genau, deshalb sieht der Sommer auch bisher so aus:

Rehberge,Liegewiese zur Transvaalstraße hin,frisch gemäht;Sonne von hinten

Trockene, frische nicht zu warme Luft, das macht diesen Hohen Himmel.
-Hoher Himmel. Ist das nicht etwas doppeltgemoppelt?
Hoher Himmel ergibt sich, wenn sich am Horizont der Himmel mit der Erde zu berühren scheint und nicht umgekehrt...
-?
-...die Erde an den Himmel zu stoßen scheint.
-( )
-Na sieh doch mal hin. Das Auge fährt zuerst den Himmel entlang wie über ein Gewölbe, bis es an der Horizontlinie an den Boden stößt.

Feldflur Marienfelde,südlich Schichauweg,Hundeschuleauslauffläche

Voraussetzung dafür, relativ klare Luft und Hochdruck. Dazu nicht heiß, 25 Grad finde ich reichen, ganz leichte Luftbewegung, fertig ist der perfekte Sommer - paar Pollen weniger könnten nicht schaden.
-Sieht M. das auch so?
-Ja, nur daß sie es mindestens zehn Grad wärmer haben möchte und bloß keinen Wind, und die Pollen stören sie kaum.

-Mal was anderes, was mir aufgefallen ist. Versteh ich ja alles, mit dem hohen Himmel und dem Sommer und so - aber sag mal, wie schaffst du das nur, daß bei diesem Wetter auf deinen Bildern keine Menschen drauf sind. Das ist doch alles voll draußen.
-Na dann kuck dir das mal hier an!

Rehberge,an der Badewanne

-?????
-Mensch da auf dem Trampelpfad, da kommen doch zwei!
-?????
-Direkt auf dem Trampelpfad. Okay ganz hinten, sind schon ziemlich klein. Mußt du mal das Bild vergrößern, klick mal rauf.
-Die Rehberge ist 71 Hektar groß, da müssen doch mehr Menschen drin sein als die paar Pixel, die du mir anbietest.
-Das sind gut 100 Fußballfelder.
-Was?
-Die Fläche der Rehberge.
-Na siehste, und da kommst du mir mit 2 Menschen an. Wo zum Teufel, sind die anderen?
-Hier sind noch zwei!

Rehberge,Große Wiese auch Ringerwiese genannt

-Was!!! Die zwei da auf dem Block, das ist doch ein Denkmal oder so.
-Ja klar. Daneben. Neben dem Ringerdenkmal.
- ...... ...   ....  . . ... .. Da steht eine Frau, eine einzige Frau.
- Moment.

Rehberge,Große Wiese auch Ringerwiese genannt

-Jetzt sinds zwei. Die Frau hat da gewartet neben dem Denkmal. Das war schon immer ein leicht auszumachenden Treffpunkt. Und jetzt setzen die sich vielleicht da in den Cafe-Kneipen-Garten und ...
-Ja schon gut, ich weiß schon, wozu man sich in einen Biergarten setzt.
-Da sitzen natürlich auch etliche. Kann ich dir empfehlen. Geht voll nach Westen, da kriegst du auch noch den letzten Sonnenschimmer mit.
-Ja ist ja gut. Danke für den Tip. Aber was ist nun mit den Menschen in der Rehberge, läßt du die irgendwo?
-?!?!? Was für eine bescheuerte Frage. Jetzt paß mal auf.

Ich geh ja nicht in die Rehberge, um für dich Fotos zu machen, die ich dir dann auch erst noch lang und breit erklären muß, sondern damit Lotti Auslauf bekommt; und ich nebenbei auch.
Dafür ist es günstiger und entspannender, wenn man mit möglichst wenig Menschen (und zwar solchen ohne Hunde) zusammentreffen kann. Deshalb geh ich auch erst ziemlich spät in die Rehberge, wenn nämlich viele schon wieder zuhause sind. Oder ich freu mich über kühles und/oder schlechtes Wetter, wenn praktisch nur Hundebesitzer und Jogger anzutreffen sind.
Trotzdem gilt, was neulich ein Hundebesitzer sagte:
-Zum Glück haben die aus Mitte die Rehberge noch nicht entdeckt.
-Und die Prenzlberger auch nicht.
Die würden ja sowieso nichts mitkriegen, meinte er.
Gut so, meine ich.

-Und hier hast du zum Schluß noch Hohen Himmel UND Menschen.

Lausepark,10:20 MESZ


-?!? Kein einziger! Mensch.
-Ach, 'tschuldigung. Falsches Bild.


















-Da is jetzt aber kein Hoher Himmel, oder?
-( )!!!

Sonntag, 2. Mai 2010

Gute Stimmung

Der 1. Mai gestern ist für Berlin ganz gut, also relativ ruhig verlaufen; der Neonazi Aufmarsch konnte zerstreut werden - noch besser.

Im Nebenhaus wohnt eine mäßig beliebte vielköpfig-kindrige Familie irgendwo aus der Gegend BulgaRumänien. Der jüngste, ca. 14-jährige Sohn nun - bei dem die Zutaten aber wirklich nur noch für den Körperaufbau gereicht und zu mindestens 100 Kilo Lebendgewicht geführt haben - vertrieb sich die Wartezeit vor dem Haus damit, auf der Straße aufgelesene Dinge anzuzünden und sie in Richtung der parkenden Autos zu werfen. (An sich gehört es zu seinen Lieblingsbeschäftigungen, aus dem vierten Stock Tetrapacktüten auf unseren Hof  in Richtung dort befindlicher Leute zu schmeißen.)
Auf den Einwurf, Ey was das soll, blöckte dieser aufgefettete Knirps, er sei Nazi und schließlich wäre erster Mai.
Ansonsten war hier gestern, wie in jedem Jahr, zu den Mai-Randale-Festivitäten nichts besonders los. Manchmal auch gut, wenn man mittendrin und dennoch außen vor ist.

Es herrschte feiertäglich gelassene Stimmung wie auch am vergangenen Sonntag, als auch noch besonders gutes Wetter war. Da hatte ich mit Lotti einen Gang durch den Kiez gemacht, und zwar bis an die Grenzen - die Grenzen des alten Bezirks Wedding.


Lotti zog zur 'Weddinger Alster'. Zugegebenermaßen ist nur das linke Ufer Teil des alten Weddings, ab Wasserkante ists der alte Bezirk Tiergarten. Aber egal, gemütlich lagerts in der Sonne auf den Uferwiesen; und Mitte ists ja sowieso.


Vor der Weddinger Alster liegt aber noch der Mettmann-Platz, den man queren muß.
Die Bahntrasse über ihn hinweg führt hinter der Kurve direkt hinunter in den Hauptbahnhof.

 

 In umgekehrter Richtung gehts raus nach Norden scharf am Wohnzimmer säuselt der IC(E) nach Rostock/Stralsund in ca. 17 m Höhe vorbei:


Das Streichen der Betonpfeiler bringt trotzdem was. Stell dir das mal ohne vor!


Ok, also an der Alster - bei der es sich um den Nordhafen im Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal handelt -  waren wir. Lotti zog nun aber in die andere Richtung, kanalabwärts Richtung Westhafen.

Die Idylle am Nordufer ist grenzenlos - wenn man rechtzeitig abschwenkt (dazu ein anderes Mal).


Wie verreist.



Am verkehrsberuhigten Peking-Platz vorbei, der nun als Restaurant-Straßengarten genutzt wird, zurück zum Lausepark: Auch hier die reine Bukolik:


Es gibt Tage, da gerät man beinahe ins Schwärmen - sogar im Sprengelkiez und vom Wedding.

P.S. Eigentlich habe ich diese Runde nur gemacht, ja machen müssen, weil das Wetter zu schön dafür war, mit Lotti in die Rehberge zu fahren. Dort hatten an diesem Tag (25.4.) mit Sicherheit viel zu viele Menschen auf den Wiesen campiert, als daß ich hätte Lotti frei laufen lassen können. Und wenn ich sie eh schon an der Leine haben mußte, dann lieber für eine Kiezrunde.