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Donnerstag, 14. Oktober 2010

Chronik stillstehender Ereignisse

Von irgendwoher zieht es immer auf dem unteren Teil des Leopoldplatzes dort, wo sich Müllerstraße und Schulstraße/Luxemburger Straße kreuzen. Die beiden Straßenzüge - unter drunter die UBahnlinien 6 und 9 - verlaufen nicht nur entlang der Haupt-, sondern auch der Nebenwindrichtungen.
Benannt ist der Platz seit 1891 nach Leopold I., dem anekdotenumrankten 'Alten Dessauer', dem angeblichen Erfinder des Gleichschritts.

Heute ist der Leopoldplatz unter anderem Anlauf- und Treffpunkt einer Drogen- und vor allem hardcore Trinkerszene, insbesondere im kreuzungsnahen Bereich um die von Schinkel 1835 erbaute 'Alte Nazarethkirche', die durch einen Kindergarten genutzt wird.
Neulich war der gesamte Vorplatz der Kirche - eine der wenigen kunsthistorisch bedeutsamen Bauten im Wedding - abgesperrt aus Protest gegen die ständigen Belästigungen und Beeinträchtigungen durch ... wie es an dem Flatterband zu lesen ist,

Dagegen wiederum, gegen die Absperrung des vermeintlich öffentlichen Raumes, hatte sich eine Protestgruppe formiert, die gleich noch gegen steigende Mieten und HartzVier-Schikanen mitprotestierte. Die Anzahl Protestierender und Polizisten hielt sich die Waage. 

Inzwischen ist alles längst wieder beim Alten. Wenn man nicht so zugempfindlich ist, ist der Leopoldplatz rund um seine Kernstraßenkreuzung ein Eldorado für Fastfood-Fans: [...]

Die Dichte von Fastfoodangeboten läßt im übrigen Rückschlüsse auf den sozialen Status einer Gegend zu. Versuch mal in Wilmersdorf auf die Schnelle einen Döner oder eine Bockwurst zu essen. Versuch aber mal im Wedding ein Restaurant zu finden. In beiden Fällen sind das Geheimtips.
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Das Gitter um die Spielgeräte des Geschützten Spielplatzes im Lausepark
(vgl. Post v. 10.09.2010
Aber nur kucken!) waren umgeworfen worden.  Die Einzelteile lagen nun verstreut um die Geräte, halb eingerissen, ganz umgefallen, ganz stehen gelassen. Da hatte Wer Spaß!

Inzwischen ist die Umzäunung wieder aufgerichtet worden. Hat alles wieder seine Ordnung. Alles wie bisher. Die Spielgeräte sind nach wie vor nicht zu nutzen.
Also weiter kucken Kinder!

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Die dem Friedhof nebenan abgerungene neue Grünfläche der Geschützten Grünanlage in der Ruheplatzstraße nicht zu betreten und Hunde von ihr fernzuhalten gilt nicht mehr. Die Schilder sind weg! (vgl. Post v. 10.09.2010 Aber nur kucken!)

Ich geh mit Lotti hin und wieder hin und auf die neue Grünfläche rauf. Es ist auch ein Lauf über Gräber.
Wenn ichs richtig kapiert habe, darf man in einer solchen Geschützten Grünanlage allerdings sowieso nur die Wege betreten, weshalb ich auf den hinzugekommenen Friedhofsteil nicht rauf dürfte. Die Schilder, die den Zutritt verboten hatten und nun entfernt worden sind, wären formal also eh völlig überflüssig gewesen. Und jetzt sind sie weg!

Und was besagt uns das? Nichts.
Man muß es eben halten, wie man will und kann. Nur, nich nur kucken!

Freitag, 10. September 2010

Aber nur kucken!

Gehe ich mit Lotti mal wieder durch die Ruheplatzstraße, ist der Zaun weg. Bestand hier vorher die 'Geschützte Grünanlage' nur aus jeweils einem schmalen Streifen Grün links und rechts neben dem Fußweg, ist nunmehr die gesamte Fläche, die man hier linkerhand sieht, bis zum Friedhofszaun hinzugekommen.

Die Ruheplatzstraße verläuft parallel zur einen Seite des Urnenfriedhofs. Mit der Einstellung des zugehörigen Krematoriums Wedding schwand wohl auch der Bedarf an Urnengrabstellen, sodaß ein Teil des Friedhofs der 'Geschützten Grünanlage' in der Ruheplatzstraße zugeschlagen werden konnte.*

Soweit so erfreulich, denke ich. Das sieht doch richtig idyllisch aus in dieser ansonsten engen und dicht bewohnten Straße, gibt ein gutes Raumgefühl, das gibt neue Auslauffläche. Lotti schnüffelt das neue Terrain schon mal ab.

Aber da waren wir wohl etwas voreilig. Übersehen hatte ich doch glatt das farblich dem Umgebungsgrün des Rasens hübsch angepaßte Hinweisschild - genauer Schild mit klaren Angaben, was nicht getan werden sollte - noch genauer Verbotsschild:

Bitte ggf. vergrößern durch mehrfach Klicken

RASENFLÄCHE BITTE NICHT BETRETEN. HUNDE SIND FERNZUHALTEN.
Mußte ich mich wenigstens nicht echauffieren, daß man mit Hund wieder mal ausdrücklich ausgesperrt war, denn das sprach ja nun jeden Bürger, auch den ohne Hund an.
So richtig etwas hat der Bürger aber damit nicht von der neuen Grünfläche, ja überhaupt von der Geschützten Grünanlage.

Wo darf ich denn nun mit Lotti hin? Hierfür ist wieder einmal ein kleines Schilder-studium notwendig.

Das große Schild erlaubt mir und einer angeleinten Lotti ausdrücklich den Zutritt; das kleine Schild verbietet uns den Zutritt. Ich darf mich mit Lotti also in einem gedachten Raum zwischen den beiden Schildern bewegen. Das entspricht kurz gesagt dem Bürgersteig, plus einem jeweils ganz schmalen Streifen zu beiden Seiten des steinernen Fußwegs.

Ansonsten gilt: NUR KUCKEN!

Nun war ich ja mit Lotti gerade erst drüben aus dem Lausepark gekommen. Der Öffentliche Spielplatz dort ist für uns sowieso No-Go-Area. Gleich dreimal wird an einem der Eingänge das Hundeverbot ausgesprochen.
 













Wir sind seit geraumer Zeit aber nicht die einzigen, die ausgesperrt sind. Offensichtlich sind die Klettergerüste instabil, weshalb dieser Bereich des Spielplatzes gesperrt ist.














Tja Kinder, so sieht das aus, wenn es heißt: ABER NUR KUCKEN



* Inwieweit und ob es sich um eine Kompensationsmaßnahme in Zusammenhang mit dem Verkauf des Krematoriums handelt kann ich nur vermuten.