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Sonntag, 24. Februar 2013

Kb 130224: Schneemänner

So 24.2.13
CDU für rasche Reform der Homo-Ehe.

Heart of Snow,Friedhof Plötzensee
Daß hierfür vor allem wenn nicht ausschließlich wahltatktische Überlegungen verantwortlich sind, geschenkt. Ja, auch die SPD ist wieder mal zu bedauern, weil die CDU weitere Themen abgreift. Davon aber abgesehen ist es trotzalledem ein gutes Zeichen, wenn Homosexualität derart wahlergebnisrelevant im Mainstream angekommen ist, daß sogar die CDU sich bemüßigt fühlt, bei diesem ihr an sich degoutanten Komplex klein bei zu geben. Nur die CSU darf weiter an den Tatsächlichkeiten vorbei schwafeln.

Schneemann umarmt Baum,ebenda
Die Antwort auf 'Wie halte ich es mit Homosexualität' ist ein guter Indikator dafür, wie liberal und  tolerant bzw. wie gewaltbereit und brutal, von oben nach unten durchstechend, in einer Gesellschaft miteinander umgegangen wird, soll heißen wie offen eine Gemeinschaft wirklich ist. Das gilt für den Umkreis bis zum nächsten Nachbarn ebenso wie für ganze Staaten. Da sieht es hier nicht so schlecht aus, wie auch die Schlagzeile oben zeigt. Auch wenn man den Anteil an Lippenbekenntnis abzieht, bleibt noch ... ja wieviel bleibt dann eigentlich wirklich übrig.

Der Schnee pappte heute was das Zeug hielt. Die Parks wurden zu Skulpturenparks. Mit Blick auf das Thermometer sind die Werke aber inzwischen sicher nur mehr auf den Bildern hier zu erleben.

Links Goethepark, rechts Vp Rehberge
Zur Abwechslung ausgiebig den Goethepark begangen. Das südlich der Transvaalstraße gelegene Gelände wurde schon ab 1922 zum Park gestaltet und damit vier Jahre früher als der nördlich gelegene Volkspark Rehberge. Die Gestaltungspläne des Magistrats von Berlin bzw. des Bezirksamtes Wedding für die Parkanlage bezogen sich dabei von Anfang auf das gesamte Gebiet der südlichen Jungfernheide zwischen der heutigen Julius-Leber Kaserne und dem Plötzensee. Nur auf den südlichen Teil des vorgesehenen Areals konnte jedoch eigentumsrechtlich sofort zugegriffen werden. Es entstand der Goethepark. Der nördliche Teil, zugehörig zu den ehemaligen Königlichen Forsten, mußte erst dem preußischen Fiskus abgekauft werden. Nach langen  zähen Verhandlungen gelang das endlich 1926 für einen Kaufpreis von knapp 2,06 Mio. Reichsmark. Die Transvaalstraße, an der Goethepark und Volkspark Rehberge getrennt zusammentreffen, markiert insofern eine ehemalige Grenze: bis zur Gründung der Einheitsgemeinde 1920 Berlin und die Königlichen Forste.

Der Friedhof Plötzensee überraschte dann mit den Schneeskultpturen an den Bäumen. Weiter in der Rehberge, am Fuße der Todesbahn ein wahres Kabinett an Schneefiguren. 

Montag, 18. Februar 2013

Kalenderblatt 130218: Mir fällt heute kein Titel ein

Mo 18.2.13
Union will Mindestlohn noch vor der Wahl.
Todesbahn, vom Rathenaudenkmal aus
Überflüssig zu erwähnen, daß die fdp dagegen ist. Wird Zeit, daß die verschwinden. Im Kern gehts dieser Pressure Group namens fdp doch letztlich um die Abschaffung des staatlichen Eingreifens, damit der Markt frei walten könne. Das bedeutet aber im Endeffekt nur, daß ausschließlich der Stärkere bzw. der Stärkste dann noch walten wird - wenn nicht vorher eingegriffen, d.h. reguliert wird. Die derzeit laufende Finanzkrise war nur möglich auf einem un- bzw. dereguliertem Markt. Aber schon geschickt von der cdu, der SPD ein weiteres Wahlkampfthema zu klauen.

ruhigstes Winterwetter in der Rehberge mit Lotti

Walter ...
Ein Nachtrag zum vorgestrigen 'Kalenderblatt 130216' über den Rathenau-Brunnen. Neben dem Brunnen wurden auch die ursprünglich an der Stirnseite der Treppenanlage des Rathenau Denkmals befindlichen und von den Nazis entfernten Portraits von Emil und Walter Rathenau 1987 als Rekonstruktion wieder angebracht.


und Emil Rathenau
Ich bin mit Lotti heute extra noch mal hin, - zuvor ein kurzer Blick über die Todesbahn die auslaufende Sicheldüne hinunter -  und fand die Bronzereliefs der Rathenaus umgeben von nervenden Graffitis. Immerhin, die Portraits selbst sind unbesprüht.



Samstag, 16. Februar 2013

Kalenderblatt 130216: Die Schraube

Sbd 16.2.13
Karlsruhe: Waffenrecht reicht aus.

Rehberge,heute
Heute wieder, wenn auch früher als üblich, ein Heimspiel; heute wieder auf Rehbergerunde.
Links abgebogen auf den leicht ansteigenden Carl-Leid-Weg zum Kamm der großen Sicheldüne. Lotti fühlt sich hier besonders wohl mit den vielen Baus an den Hangseiten der Düne.
Ist man oben angelangt so wächst zum Ende der Allee, zu der der Kammweg gestaltet ist, eine überdimensionale Schraube empor.  Auf mich wirkt sie immer leicht bedrohlich, vielleicht ist sie auch nur voluminös. Steuerschraube wurde sie früher im Volksmund genannt; da war sie aber nicht dieselbe, sie war nur die gleiche.
Diese Schraube ist die bronzene Spirale des Rathenau-Brunnens, der hier am Ende der Sichel-
düne, bevor sie zur Rodel-Todes-Bahn dann abwärts ausläuft, seit 1987 wieder steht. 1987, das war das Jahr der 750-Jahr-Feier Berlins. Es herrschten also noch schönste Westberliner Zeiten. Es war Geld satt vorhanden und das bescherte dem Wedding u.a. zwei Brunnen: den Tanz auf dem Vulkan auf dem Nettelbeckplatz (s. 'Kalenderblatt 130213') und diese Rekonstruktion des Rathenau-Brunnens.
Der ursprüngliche Brunnen mit der monumentalen Schraube von Georg Kolbe war 1930 an dieser Stelle aufgestellt, schon 1934 aber wieder abgebaut worden. Man kann sich denken in welchem Zusammenhang. Die Nazis wollten kein Denkmal für die jüdischen Rathenaus stehen lassen. Das Metall wurde Jahre später eingeschmolzen und zum Nachguss eines beschädigten Schiller-Denkmals (von Reinhold Begas) verwendet, das wiederum im Schiller-Park steht, einem weiteren Weddinger Park. Die jetzige Rekonstruktion des Brunnens von 1987 stammt von Harald Haacke. (vgl. u.a. http://de.wikipedia.org/wiki/Volkspark_Rehberge)
Auf dem Weg die Düne hinunter kreuzten Lotti und ich den Kurs einer Laufgruppe aus dem Teckelverein. Großes Teckel- Hallo.

Entrée (Freie Volksbühne) Haus der Festspiele
Abends Preisverleihung und damit praktisch Abschlußtag der Berlinale. Wenn man am späten Nachmittag in einer Kinovorstellung sitzt und noch im Hellen wieder rauskommt, ist man wie aus der Bahn geworfen. Aber ich kann nach Jahrzehnten noch aufzählen, bei welchen Filmen ich aus dem Kino gekommen bin, als es noch hell war.

Samstag, 26. Januar 2013

Kalenderblatt 130126: Scharf geschossen

Sbd 26.1.13
Chaos in Ägypten - wieder Tote.
Der arabische Frühling, der nicht zum Sommer werden will, sondern von islamistischen Kohorten in den Winter zurückgebetet und -gebomt werden soll. In Ägypten sind aber die liberaleren, aufgeklärteren Gruppen im Sinne der 'arabischen Frühlings-Revolution' besonders stark und offensiv.

Gestern Schießplatz - heute Laubenkolonie

Am Vormittag im Lausepark das Eichhörnchen, das auf dem Boden durch den Schnee umherwuselte, von Lotti gottlob unbemerkt. Ich hätte drauf gewettet, daß Eichhörnchen Winterschlaf halten. 
Nachmittags dann vierdimensionaler Gang durch die Rehberge: auf dem Kammweg der 'Traurigen Allee' zu beiden Seiten die Kolonie Rehberge. Am Ende der Allee, auf dem Foto der Blick hinunter auf den nördlichen Teil der Laubenkolonie. Bis zum Ersten Weltkrieg war das gesamte Gelände ein einziger Schießplatz, auf den man vom Leutnantsberg eben - so wie heute auf die Laubenkolonie - einen guten Überblick hatte.

Donnerstag, 24. Januar 2013

Kalenderblatt 130124: Mühen der Berge

Do 24.1.13
Cameron will ein anderes Europa und kündigt eine Volksabstimmung über einen britischen EU-Austritt an.
Ist GB eigentlich jemals drin gewesen in der EU, und wenn ja dann doch vor allem als vornehmster Vertreter britischer Interessen und Liebhaber von Extrawürsten. Insofern nein danke zu einem britischen Europa in Richtung eines angelsächischen (Finanz)Kapitalismus-pur. Die Kritik an einem undemokratischen, weil unlegitimiertem bürokratischen Zentralismus Europas allerdings kommt von niemandem so vehement wie von den Briten. Das würde fehlen. Und überhaupt: Wenn der drittgrößte Teil der EU wegbrechen würde, wäre die EU auch nicht mehr dasselbe wie zuvor und schon gar nicht gestärkt.
 Nun ist die Volksabstimmung ja erst für die Zeit nach der nächsten Wahl in GB angekündigt, wenn also Cameron unter Umständen gar nicht mehr Premier ist. Und wie die Briten dann abstimmen würden steht völlig in den Sternen. Das wäre noch nicht mal aktuell eindeutig.

Die Rehbergerunde heute u.a. erst um den 'Leutnantsberg' herum und dann hinauf zur 'Traurigen Allee'.Als wir gerade am Entenpfuhl waren, dessen schwefeliger Gestank auch eingefroren ist, sah ich, wie ein älterer Mann mit Hilfe von Stöcken versuchte durchs Unterholz da hochzukraxeln. Es gelang ihm auch. Auf dem Foto könnte man ihn genau in der Mitte des Bildes entdecken, wie er gerade auf dem Fußweg wieder nach unten kommt. 

Der Leutnantsberg heißt wirklich so. 52 m über N.N.!!! Auf dem Gipfel belegt ein Holzschild den Wahrheitsgehalt. Von hier  konnten militärische Übungen beobachtet werden. So erstreckten sich nördlich von hier bis zum heutigen Kurt-
Schumacher-Damm Schießstände; wie auch im Süden auf dem Gebiet fast des gesamten heutigen Goetheparks. Überhaupt: noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts Exerzierplätze und Schießstände wos nur ging. Der heutige Flughafen Tegel / TXL war als Schießplatz Tegel ausgewiesen; die Tempelhofer Freiheit, also der ehemalige Flughafen Tempelhof / THF ein Exerzierplatz; wo sich der BND heute hinknallt Exerzierplatz; das paßt ja wenigstens.

Mittwoch, 23. Januar 2013

Kalenderblatt 130123: Ringen

Mi 23.1.13
Museumsinsel - später fertig und teurer.
Nun muß ich mich aber doch wundern. Daß die renomierteste Tageszeitung Berlins das als ihren Aufmacher bringt. Diese Schlagzeile fände ich sogar unter 'Vermischtes' noch überflüssig. Das versteht sich doch, zumal in Berlin, von selbst.

Länger nicht mehr vorgekommen, daß mich jemand nach dem Weg gefragt hat; heute auf dem Nettelbeckplatz, wo denn die Gerichtstraße wäre. Leichtes Spiel, da sie nach zwei Seiten vom Nettelbeckplatz abgeht.

(Die Ringer-Gruppe wurde 1906 von Wilhelm Haverkamp geschaffen. 1935 wurde sie hier in der Rehberge an der Großen Wiese aufgestellt. Die Wiese heißt deshalb auch nicht ganz überraschend 'Ringer-Wiese' bei Einheimischen. Als Junge ist man gerne auf den Sockel der Skulptur raufgeklettert, um dort oben wasauchimmer zu wollen. Vor der Aufstellung hier befand sie sich im Schillerpark.)

Ich verscheuche nicht mal die Ringeltaube, die morgens auf dem Küchenfensterbrett sitzt und darauf wartet, daß die Spatzen ihr aus dem Vogelhäuschen Körner runterwerfen.
Die Taube ist auch eine Kreatur, die die Kälte überleben will. Warum sollte ich es ihr erschweren.

Mittwoch, 16. Januar 2013

Kalenderblatt 130116: Immer die gleichen

Mi 16.1.13
Machtkampf im BER-Aufsichtsrat.
Nee, dazu jetzt nichts mehr. Ich kanns fast nicht mehr hören, gerade weil ich es nun auch noch zusätzlich überregional hören muß, BER auf allen Kanälen, während es bisher doch vornehmlich hier lokal abgehandelt wurde.

Die Mufflons im Wildgehege
Wen man so immer wieder auf seinen Gassirunden trifft. Gleich an der Freilichtbühne heute die beiden Brüder (so gegen Mitte, Ende Fünfzig), die offensichtlich jeden Tag spazieren gehen in der Rehberge; an einem der beiden kommt Lotti nicht vorbei, ohne sich kaum einkriegen zu können vor Freude. Auf dem Friedhof dann die Frauen Gruppe, u.a. mit Emil, der Jack Russel, den wir schon vom Welpenalter kennen.

Nach Westen zur Großen Wiese

Fast zum Schluß dann, praktisch wie immer auf der Großen Wiese die sehr distinguierte Dame mit ihrem Cocker (würde ich sagen, ich bin nicht so gut in Hunderassen), nicht mit dem üblicheren  'Hallo', sondern einem 'Guten Tag' aneinander vorbeigehend.

Samstag, 29. Oktober 2011

Im Farbenrausch

Goethepark, heute
Schade, da reicht die Kamera des Handys nicht ganz ran, die Farbenpracht zu konservieren, in die Berlin von einigen Hochnebel-Ausnahmetagen abgesehen fast den gesamten Oktober über gehüllt ist, den Farbenrausch wiederzugeben, in den man in den Parks und Wäldern getaucht wird.

Entree Lausepark, heute


Sparrplatz, morgen
Heute nacht heißts wieder: Uhren umstellen und damit Sommer endgültig adé! Aber wo lang umstellen, in welche Richtung? Wie jedes Jahr die gleichen Fallstricke : Vor oder Zurück? Das ist hier die Frage.
Auf jeden Fall fängt morgen die dunkele Zeit des Jahres an: Mit einem Sonnenuntergang heute um 17:42 ist das noch früher Abend, während der morgige schon um 16:40 über den Horizont geht; das ist später Nachmittag.

´Rehberge, heute

Also nichts wie rein in den aktuellen Farbrausch. Kein Problem mit Lotti, die einen wie üblich raustreibt, heute zu einem weiten Gang  durch Goethepark, rüber zum Plötzensee und wieder rum zur Rehberge.
Wir waren praktisch mit der Runde fertig, ich hatte noch ein letztes Mal den Ball geworfen, wir waren im englischen Teil kurz vor dem Ausgang:
"Das ist nicht Marzahn oder Hellersorf. Das ist Wedding. Hier läßt sich leben."
Ich horchte natürlich auf und drehte mich um. Ein mittelalter Mann mit umhängender Kamera hatte das zu einer neben ihm gehenden, etwas jüngeren Frau gesagt. Als er bemerkte, daß ich auf sie aufmerksam geworden war, sagte er zu mir:
"Hier läßt sich doch gut leben?!"

Müllerstraße/Lausepark, morgen
Hab ich natürlich bejaht, ohne auf Relativierungen einzugehen oder mich aufzumanteln mit der Tatsache, daß er mit mir als gebürtigem Weddinger für diese Frage natürlich auf das Kompetenzzentrum schlechthin getroffen wäre.

"Siehst du", sagte der Mann zu der Frau neben ihm. "Sie wohnt nämlich in Prenzlauer Berg", sagte er dan zu mir über die Frau neben ihm, die sich daraufhin etwas g'schamig wand, "und ich versuch ihr das zu zeigen."
Ich bat, es aber nicht weiter zu sagen, Geheimtipp und so, und wie grün der Wedding wäre, bräuchte man nur mal auf den Stadtplan zu kucken, ... - "und Wasser" ergänzte er - , aber es gäbe eben auch so Ecken, da müsse man bißchen aufpassen. Wir sprachen dann über die Gentrifizierungsvorgänge in verschiedenen Berliner Quartieren und entsprechende Aussichten auch für den Wedding. Der Mann hatte einen Wohnungskauf vor.

Jungfernheide, morgen
(ausnahmsweise Reinickendorf)
Ich bestärkte ihn, daß er mit dem Wedding absolut auf dem richtigen Weg sei, genau wie der Fahrradfahrer neulich am Dohnagestell: Ich hatte mit Lotti extra angehalten, um ihn vorbeizulassen. Aber ganz atemlos hielt er plötzlich an und inne, und fragte mich , wo es hier nach Mitte ginge.  Das war nicht so einfach zu erklären, weil wir uns ja in der nordwestlichen Ecke des Verwaltungsbezirks 'Mitte' befanden; der Fahrradfahrer also im Grunde schon da war, wo er erst noch hinwollte.
Ich antwortete also, mich drehend und mit den Armen um mich herum weisend: "Überall, ... das ist hier Mitte ... oder, um genau zu sein - Wedding."
"Ach," sagte er hocherfreut, "ist das schon Wedding. Dann weiß ich Bescheid," setzte sich wieder auf sein Rad und fuhr weiter.

Goethepark, heute

Lotti saß derweil im Gegenlicht auf der Wiese, ihr Ball neben sich und schaute mich heischend an, wann und daß es weiterginge.
Und so war es auch gleich.

Donnerstag, 9. September 2010

Wo Ämter walten

Veränderungen an der Welt, durch die man hindurchgeht, haben sehr unterschiedliche Verursacher.  Menschliche Bautätigkeit läßt ein Gebäude hochwachsen, wo zuvor ein anderes stand oder sich eine Freifläche befand. Durch Wettereinflüsse ist die Straße naß, die eben noch trocken war. Dem Walten der Erdrotation ist es geschuldet, daß es nachtdunkel ist, wo es grad noch taghell war.

Zu Wirkungen, die sich nicht so klar erschließen, kommt es, wo Ämter gewaltet haben.
Dabei können sich leicht die Perspektiven verschieben; der Bürger - in Gestalt von Lotti und mir - gerät ins Trudeln.


'Ballspielwiese - Fußballverbot,' das kommt sprachlich wie Zuckerbrot und Peitsche. So wird man seit neuestem Willkommen geheißen, wenn man von der Transvaalstraße her in die Rehberge eintritt. Man muß dann nur noch genügend lange den Kopf gegen 90 Grad verdreht halten, um den Willkommengruß aus den in die Holzstele geschnitzten Buchstaben auch herauslesen zu können.

Diese Mühe muß man schon auf sich nehmen. Aber es hat ja immerhin auch einige Mühe gekostet, den vorderen Abschnitt des englischen Teils der Rehberge mit den Holzstelen zu umringen.
Ja, es ist nicht nur diese eine Stele aufgestellt, sondern das Geviert ist umstellt von weiteren vier gleichartigen Stelen. Der Geltungsbereich dessen, was die Stele uns sagen will, ist damit  durch fünf Stelen abgesteckt.
Von wo aus immer man sich der Ballspielwiese nähert -.niemand kann sich beschweren oder rausreden, er hätte nix gewußt.

Die Botschaft vernehm ich, allein ich verstehs nich'! Denn einzig klar ist lediglich, was hier nicht gemacht werden darf: Fußball gespielt!
Fußballverbot? So gewinnt man natürlich keine Fußballweltmeisterschaft. Denn die einzigen, die ich in diesem Bereich mal gegen einen Fußball habe treten sehen, waren Väter (ganz selten auch mal Mütter) mit ihren Söhnen (sehr selten Töchter), die sich den Ball hin und her zuspielten.  So entwickeln sich kleine Özils, Kloses und Müllers.

Ja, liebe Väter, das wäre dann verboten hier. Da müßt ihr ein anderes Ballspiel auswählen. Volleyballgruppen sehe ich hin und wieder und Federballversuche. Das ist natürlich genau das Richtige für die Ballspielwiese. Dumm, wenn einem Volleyball keinen Spaß macht, oder wenn es nur die leichteste Luftbewegung gibt.

Gerade dieser Bereich der Rehberge wird gerne etwa von Familien (aber auch Einzelpersonen oder Paaren und Kleingruppen) genutzt, die dort ihre Decken aufgeschlagen haben mit Essen und allem drumherum, und sich zwischendurch eventuell auch mit Ballspielen (häufig genug eben auch Fußball) die Zeit vertreiben.
Das Ballspielen wäre auf der Ballspielwiese ja okay, aber das Lagern auf Decken, das wäre doch eher etwas für die Liegewiese, und eine Ballspielwiese ist eindeutig keine Liegewiese.
Also weg und woandershin mit den Decken und KindundKegel, und zum sportlichen Intermezzo rauf auf die Wiese.

jetzige Ballspielwiese, noch stelenfrei August 2010


Und was ist mit den Discgolfern (Frisbee Golf, Frolf), deren Kurs im Volkspark Rehberge u.a. auch über diese nunmehr markierte Ballspielwiese verläuft. Aber eine Frisbeescheibe ist eine Frisbeescheibe und die ist kein Ball. Ergo, genauso verboten wie Fußball.

Wenn ich das nun aber richtig verstehe, darf ich mit Lotti explizit auf die Ballspielwiese. Allerdings nur, wenn ich ihr Bälle werfe, hinter denen sie dann herpest. Nur so, ohne Ball, dürfte ich es ebensowenig wie jemand, der sich da einfach nur hinlegen und sonnen will.

Gruß aus der Zukunft, jetzige Ballspielwiese, stelenfrei November 2008



Kurzum (dem Amt -NGA Mitte - ins Stammbuch geschrieben):
Es gibt nichts Gutes, 
es sei man tut es, 
hört sich gut an, 
doch Nichttun kann 
verdammt guttun.

Donnerstag, 22. Juli 2010

Premieren-Nummer in der Badewanne

Jetzt mußt du wissen, Volkspark Rehberge, schon als Kind bin ich da rumgestreift. Und erste Fußballmannschaft, auch wieder Rehberge. Und dann jetzt mit Lotti, auch wieder Rehberge. Rehberge - kannst du sagen, wie Westentasche, du denkst, du kennst alles --- bis vorgestern, Montag -- eigentlich vorvorgestern.

Jetzt paß auf! Jetzt mußt du wissen, es waren gar nicht so viele Leute da, die auf den Wiesen lagen. Was ich sagen will: das war insofern gut, als - dadurch konnte ich für Lotti gut Bälle werfen. Sie wie besengte Sau immer hinterher, aber warm wars auch. Jedenfalls mußt du auch aufpassen, daß son Dackel. Kurz gesagt, der pest auch durch die Gegend nachm Ball, bis er kollabiert.

Badewanne, Höhenunterschied vom Wannenboden aus ca 2,5 - 3m; nach links zum Plateau

Schon vor der Badewanne also Lotti an die Leine, damit sie bißchen chillt.
Und jetzt paß auf. Das wär was geworden.
Andererseits...man weiß es nicht.
Badewanne natürlich keine Badewanne. Sie heißt nur so, und zwar bei denen, die wissen, daß sie Badewanne heißt. Und da weißst du nicht, wer das wirklich weiß. 

Am Montag also, ich kuck ja immer ob freie Bahn ist, sahs ganz gut aus. Ich hätte nur nach rechts etwas wegschwenken müssen, weil linkerhand sah man so Ausstülpungen in dem hohen Gras. Das sind dann immer irgendwelche Liegewiesenden.

Denk ich, was soll denn das, warum machen die mir denn rechts alles zu: offensichtlich eine Mutter, die laut beinahe hysterisch schreiend: Bleib stehen!, Kommst du ... sofort..., was frau so schreit - wie von der Tarantel gestochen hinter ihrem wegrennenden Kind durch das verbrannte Gras rennt.

Ich trottete mit Lotti voran, das Kind war eingefangen, die Familie machte sich hurtig auf den Weg aus der Badewanne. Das nimmst du so wahr, und fragst dich, warum diese hysterische Verfolgung und warum brechen die so hastig alle auf. Die beiden Ausstülpungen aus dem Gras linkerhand sind nun als zwei Personenköpfe einsichtlich.

Jetzt mußst du das noch wissen mit der Leine und Lotti: Lotti läuft nicht eigentlich weg, wenn sie unangeleint ist; sie läuft jedoch gerne hin: kein Problem, wenn sie hin zu anderen Hunden oder Menschen mit Hunden läuft. Problematischer wirds bei Menschen ohne Hund, wie sie besonders gerne auf Liegewiesen liegen. Mit denen möchte sie dann gerne spielen oder bei denen möchte sie Fressalien ausschnüffeln. Da ist die Freude meistens nicht sehr groß. Hast du immer die schlechteren Karten.
Vom Thema Kinder ganz zu schweigen. Kinder sollten Unterschied beigebracht bekommen zwischen Säbelzahntiger und Dackel. Bis dahin versuche ich ein Aufeinandertreffen zu verhindern. Mußst du viel um- und vorausschauen.
Auch wegen Ordnungsamt.

Plateau der Badewanne mit der zentralen Baumgruppe; Trampelpfad diagonal durchs Areal

In der Mitte des Badewannenareals auf dem baubestandenen Plateau angelangt! Da denkst du plötzlich, wo bist du hier gelandet!:
Neben einem der Bäume, ein paar Meter entfernt vom diagonal durch das Areal geschlagenen Trampelpfad, bei heruntergelassener um die Beine steckener Hose ein sich in Auf-/Abbewegung befindlicher nackter Männerhintern zwischen zwei in die Luft gestreckten Frauenbeinen. Klare Sache, denkst du, da schieben zwei eine Nummer, vollziehen einen Geschlechtsakt. Und das hier in der Rehberge.
Premiere, denkst du nur, noch nie hier gesehen.

Sichtfreiheit auf Baumgruppe

Aber damit geht das Denken erst mal los, richtig rattern denkst du hörst du es.
Nochmal vergewissert,  fürs Protokoll, ja heterosexueller Geschlechtsverkehr, die baumelnden Beine Frauenbeine, von der kräftigeren Art, auch der Männerhintern, ja Mann. Missionar, alles klar.

Denkst du, echt ne Zumutung! Weil, jetzt merkst du nämlich, daß du wie der Typ in der Frau in einer ganz blöden Situation steckst.
Erstmal denkst du natürlich, das ist ja BERLINBANALST. das muß in den Blog. Dafür mußst du aber ein Foto machen, sonst glaubt dir das nachher vielleicht keiner.

Na viel Spaß: dann hol mal schnells Handy raus. 'Lotti, sitz!, damit sie nicht weiterzerrt und das Bild eventuell verwackelt. Fokussiert, abgedrückt, und es macht - nur um vorzutäuschen, daß sie eine richtige* Kamera ist - die Handykamera dieses Klickgeräusch.
Nee, da bist du schon mal sauer, daß das nicht geht. Denn du hast ja noch die beiden Köpfe, die linkerhand aus dem Gras lugen, im Augenwinkel. Na hörmal, ich stell mich doch hier nicht hin und stehe für jeden, der mich sieht, wie der letzte Spanner da.

Da bist du  gleich nochmal sauer, daß die beiden Geschlechtsverkehrenden dich genau dazu machen, wo du nur einfach hier mit deinem Hund vorbeitrottest.
Du weißst zwar nicht genau, warum die gerade hier und jetzt, - es war so gegen halb sieben Abends, also voll hell, - ihre Nummer schieben? Notdurft, also daß sie vor Trieb nicht mehr anders konnten, oder: exhibitionistischer Extrakick. Und den kriegst du ja nur, durch einen voyeuristischen Gegenpart. So! Und genau dieser Döddel bist du plötzlich.
Verstehst du, deshalb zu Recht sauer.

Und allein das Klicken der Kamera. Zu gefährlich. Kannst du nicht machen. Schon ratternde Gedanken, was wenn die plötzlich aufschrecken.
So und dann überleg mal, der Typ vollgeknallt mit Adrenalin. Na gut, mit den Hosen um die Beine, wärst du locker weggekommen, falls der humorlos reagiert hätte. Aber bei der Frau weißst du nie, wenn da die Hysterie mit ihr durchgeht.
Und außerdem, der Typ hätte sich ja um- und von der Frau weggedreht, und willst du wirklich zwei nackte Geschlechtsverkehrsunterbrochene sehen, die wahrscheinlich nicht richtig gut auf dich zu sprechen sind. Und so Argumente wie, na hört mal, nun bleibt mal cool, ich bin immerhin der, der euch den Extrakick verschafft. Muß nicht gut ankommen, kann nach hinten losgehen. Foto also, kam nicht in Frage.  

Nicht groß ans Stehenbleiben denken. Treibt dich ja sowieso mit Lichtgeschwindigkeit fort, wenn du das alles abarbeitest  in deinem Kopf, während du grad mal anderthalb, lass es zwei Schritte gewesen sein gelaufen bist. Und darin ist noch nicht mal eingeschlossen, wofür bei diesen 1 1/2 bis 2 Geh-Schritten gedankenmäßig gar nicht die Zeit war:  Lichtgeschwindigkeit hin, Lichtgeschwindigkeit her:

Warum die Familie vorhin so schnell aufgebrochen und die Mutter dem Sohn so hinterhergepest war, wie sonst nur Lotti einem Ball oder Vogel, klare Angelegenheit. Dort, wo sie lagerten, mußten sie relativ gute Sicht auf die Koitierenden haben; auf die zu der Sohn direkt gerannt war.
Das wäre Lotti unangeleint auch.
Das wär ein Hallo geworden!

Jetzt!  -  Schritt für Schritt, nach vorne schauen. Und das tust du. Hörst -  schon hinter dir, das Geräusch zweier immer schneller aufeinander klatschender Becken und denkst: Haben sie es denn heute alle auf dich absehen. Kurz: Zivilisation dünnes Brett.

Denn nun kamen die beiden Personen linkerhand ins Blickfeld. Die eine war inzwischen aufgestanden und urinierte gegen das Gebüsch; die andere saß im Schneidersitz, blickte in Richtung des Paares, und machte ich weiß nicht was vielleicht auch Nichts, das Gras stand hoch. Paar Schritte jetzt, und ich war aus der Badewanne raus.

Geschafft.

Auf der leeren Großen Wiese anschließend bekam Lotti noch sehr viele Bälle geworfen.
Und achja, ich fand im Gras eine leere, kleine Flasche Berliner Pilsner.
Die nahm ich auf und mit. Konnte sie nicht mehr zerscheppert werden. Die 8 Cent machten nicht wirklich reich.


* analoge

Samstag, 26. Juni 2010

Hohe Himmel

Ich wollte eigentlich was über den Sommer sagen, aber erstmal war gestern der Desinfektor da, genauer eine Desinfektorin, um die Wohnung, in der wir letzte Woche den Mieter Poppy tot aufgefunden hatten, zu ... ? ja zu was eigentlich?
-Um die Wohnung zu desinfizieren und zu entwesen.

Die Desinfektorin sah aus wie aus 'Killer-Virus III', im weißen Ganzkörperoverall und mit Gasmaske.
-Logisch, wenn man die Wohnung begast, d.h. sie mit gifttigem Gas flutet.
Die Frau war ganz rot und erhitzt, nachdem sie fertig war und wieder in Straßenkleidung da stand.
-Kein Wunder bei der Wärme und in geschlossener Schutzkleidung arbeiten - Schwitz!
Sie war eine junge Frau, so gut Mitte zwanzig vielleicht. Wie sie denn zu diesem Job gekommen wäre.
-Lächelt sie und sagt, mein Vater ist der Chef. Ab morgen können Sie wieder rein in die Wohnung.
-Können wir aber tatsächlich noch nicht, da die Wohnung noch nicht freigegeben ist und der Wohnungsschlüssel von der Polizei wieder zum Nachlaßgericht gebracht wurde.

Als die Desinfektorin in die Wohnung gegangen war, hatte sie erst einmal die Fenster aufgemacht.
-Ich hatte ja gedacht, daß irgendein Vorhang oder Rolleau vor dem einen Fenster angebracht wäre. Aber nein, das war so abgedunkelt, weil es von einer Fliegenwand bedeckt war.
Die zerstoben nun zum Teil ins Freie hinaus, wie man unten vom Hof aus sehen konnte, gefolgt von einigen Geruchsschwaden. Nach einiger Zeit schloß die Desinfektorin die Fenster wieder.
-Die Desinfektion ist auf die Beseitigung von Mikroorganismen ausgerichtet, also Ein- und einige Mehrzeller; kurz Bakterien, Viren, Pilze, evtl. Algen oder Protozoen.
Entwesung oder Desinsektion vernichtet tierische Schädlinge, insbesondere krankheitsübertragende Lebewesen,  nach §18 Infektionsschutzgesetz beschränkt auf Nichtwirbeltiere.

Ein Stück der Dielung mitsamt drunterliegender Schüttung muß ausgetauscht werden. Von daher kommt auch immer wieder dieser penetrierende Geruch. Da ist Körperflüssigkeit, die Flüssigkeit aus der der Körper zu ca. 2/3tel besteht, durchgegangen.
-Rechne dir mal aus, wieviel Liter da zusammenkommen können.
Nach dem Austausch wird nochmal abschlußbegast.
Gegen den Geruch würde WickVapoRub helfen, unter die Nase geschmiert; oder Parfüm.
-Aber überlegen Sie's sich gut. Das Parfüm können Sie später dann auch nicht mehr riechen. Das verbindet sich.
-Gibts nicht was Spezielleres.
-Fläschen mit Geruchsumwandler, können Sie bei uns abholen.

-Jetzt muß ich an die frische Luft.
-Is ja genug von da.
-Genau, deshalb sieht der Sommer auch bisher so aus:

Rehberge,Liegewiese zur Transvaalstraße hin,frisch gemäht;Sonne von hinten

Trockene, frische nicht zu warme Luft, das macht diesen Hohen Himmel.
-Hoher Himmel. Ist das nicht etwas doppeltgemoppelt?
Hoher Himmel ergibt sich, wenn sich am Horizont der Himmel mit der Erde zu berühren scheint und nicht umgekehrt...
-?
-...die Erde an den Himmel zu stoßen scheint.
-( )
-Na sieh doch mal hin. Das Auge fährt zuerst den Himmel entlang wie über ein Gewölbe, bis es an der Horizontlinie an den Boden stößt.

Feldflur Marienfelde,südlich Schichauweg,Hundeschuleauslauffläche

Voraussetzung dafür, relativ klare Luft und Hochdruck. Dazu nicht heiß, 25 Grad finde ich reichen, ganz leichte Luftbewegung, fertig ist der perfekte Sommer - paar Pollen weniger könnten nicht schaden.
-Sieht M. das auch so?
-Ja, nur daß sie es mindestens zehn Grad wärmer haben möchte und bloß keinen Wind, und die Pollen stören sie kaum.

-Mal was anderes, was mir aufgefallen ist. Versteh ich ja alles, mit dem hohen Himmel und dem Sommer und so - aber sag mal, wie schaffst du das nur, daß bei diesem Wetter auf deinen Bildern keine Menschen drauf sind. Das ist doch alles voll draußen.
-Na dann kuck dir das mal hier an!

Rehberge,an der Badewanne

-?????
-Mensch da auf dem Trampelpfad, da kommen doch zwei!
-?????
-Direkt auf dem Trampelpfad. Okay ganz hinten, sind schon ziemlich klein. Mußt du mal das Bild vergrößern, klick mal rauf.
-Die Rehberge ist 71 Hektar groß, da müssen doch mehr Menschen drin sein als die paar Pixel, die du mir anbietest.
-Das sind gut 100 Fußballfelder.
-Was?
-Die Fläche der Rehberge.
-Na siehste, und da kommst du mir mit 2 Menschen an. Wo zum Teufel, sind die anderen?
-Hier sind noch zwei!

Rehberge,Große Wiese auch Ringerwiese genannt

-Was!!! Die zwei da auf dem Block, das ist doch ein Denkmal oder so.
-Ja klar. Daneben. Neben dem Ringerdenkmal.
- ...... ...   ....  . . ... .. Da steht eine Frau, eine einzige Frau.
- Moment.

Rehberge,Große Wiese auch Ringerwiese genannt

-Jetzt sinds zwei. Die Frau hat da gewartet neben dem Denkmal. Das war schon immer ein leicht auszumachenden Treffpunkt. Und jetzt setzen die sich vielleicht da in den Cafe-Kneipen-Garten und ...
-Ja schon gut, ich weiß schon, wozu man sich in einen Biergarten setzt.
-Da sitzen natürlich auch etliche. Kann ich dir empfehlen. Geht voll nach Westen, da kriegst du auch noch den letzten Sonnenschimmer mit.
-Ja ist ja gut. Danke für den Tip. Aber was ist nun mit den Menschen in der Rehberge, läßt du die irgendwo?
-?!?!? Was für eine bescheuerte Frage. Jetzt paß mal auf.

Ich geh ja nicht in die Rehberge, um für dich Fotos zu machen, die ich dir dann auch erst noch lang und breit erklären muß, sondern damit Lotti Auslauf bekommt; und ich nebenbei auch.
Dafür ist es günstiger und entspannender, wenn man mit möglichst wenig Menschen (und zwar solchen ohne Hunde) zusammentreffen kann. Deshalb geh ich auch erst ziemlich spät in die Rehberge, wenn nämlich viele schon wieder zuhause sind. Oder ich freu mich über kühles und/oder schlechtes Wetter, wenn praktisch nur Hundebesitzer und Jogger anzutreffen sind.
Trotzdem gilt, was neulich ein Hundebesitzer sagte:
-Zum Glück haben die aus Mitte die Rehberge noch nicht entdeckt.
-Und die Prenzlberger auch nicht.
Die würden ja sowieso nichts mitkriegen, meinte er.
Gut so, meine ich.

-Und hier hast du zum Schluß noch Hohen Himmel UND Menschen.

Lausepark,10:20 MESZ


-?!? Kein einziger! Mensch.
-Ach, 'tschuldigung. Falsches Bild.


















-Da is jetzt aber kein Hoher Himmel, oder?
-( )!!!

Sonntag, 21. Februar 2010

Und es wird licht

Na, ist das was? Ist das nicht schon ein Licht, auf daß man meinen könnte, das wars - oder wenigstens, das wird jetzt was! Weißst schon, mit dem - ich traus mich kaum auszusprechen - mit dem: Frühling. Das Weiße, die Schneedecke stört noch etwas, aber hier im Rückblick wird es offensichtlich (jeweils zwischen 10:30 und 11:00 aufgenommen):


Das  war am 1. Februar;


das vor einem Monat, am 20. Januar;


und das, gestern, 20. Februar.
.
Während ich mit Lotti am Nachmittag durch die Rehberge lief - leider mit Lotti an der Leine, da Kind und Kegel bei schönstem Spätwinterwetter unterwegs war - hatte ich den Knopf im Ohr, um die Bundesliga im Radio zu hören. Hertha schlug Freiburg tatsächlich 3:0, und plötzlich sind sie doch wieder dran: 2 Punkte auf den Relegationsplatz, 4 auf einen Nichtabstiegsplatz.
Wenn das keinen Hoffnungsschimmer wert ist!
 

Volkspark Rehberge, Sonnenuntergang heute

Freitag, 5. Februar 2010

Überdruß - Aber nicht mit Lotti

Was hört man alle verschniefte-naselang? Jetz is genug... Nun reichts ...Ich kann kein'n ... Jetzt könnts  mal wieder ... Ich ertrags nich mehr... So lange hattn wir...  Muß doch mal wieder... Ich halts nich...

Hey, jetzt nur nicht schlappmachen. Es geht in die letzte Runde, jetzt muß die zweite Luft her.

Das Schlimmste ist längst überstanden:
Sonnenuntergang heute 17 Uhr. Gegenüber der  Wintersonnenwende ist es damit glatt 1 Stunde 10 Minuten am ... äh, Nachmittag, länger hell. Aber nicht nur die Quantität hat zugenommen, sondern auch die Qualität der Sonne - wenn sie nicht durch Wolken behindert wird. Treffen Sonnenstrahlen auf die gekühlte Gesichtshaut, reagieren die Temperaturrezeptoren; man sieht die Sonne nicht nur als Schein, sondern spürt sie auch als Wärmestrahlung.
Zur Erinnerung. So sah das noch zur Zeit des letzten Blogposts am 20. Januar aus:

 

Und ungefähr zur selben Tageszeit am Vormittag heute, bei jeweils unbewölktem Himmel. Kaum auszuhalten diese Helle ohne die Augen fest zusammen zu kneisten oder die Sonnenbrille rauszuholen:

 

Apropos Wärme: die Kälte mit zweistelligen Minusgraden auch am Tag - das sag ich hier ganz Kachelmann'sch voraus - ist vorbei. Es mögen noch kurze Einbrüche kommen, mehr aber auch nicht. Wobei - und M. wird mich für übergeschnappt halten - mir sind diese Temperaturen um den Gefrierpunkt eigentlich zu warm inzwischen. Reine Gewohnheit wahrscheinlich. Und der trocknen arktischen Kälte trauere ich jetzt schon etwas nach. Für einen Allergiker gibts kaum bessere Atembedingungen: garantiert pollenfrei.

Was einem draufgehen kann, sind doch eher Tage wie gestern. Feuchte Taukälte, diesig unter einer endlosen Wolkenschicht in den Farben hell dunkel.

 
Volkspark Rehberge, große Wiese, Ringerdenkmal

Die geschlossene Schneedecke hat man über, diese weißliche, mit der Zeit einschmutzende und am Horizont direkt in die Wolkendecke übergehende Fläche aus tauendem und verharschtem, inzwischen begehbarem Schnee. Da werden Farbfotos zu vermeintlichen Schwarz-Weiß Bildern:

 Volkspark Rehberge, Brücke


Unter diese Brücke mußt du gehn.
Einen Monat lang mußt du dort stehn.
Mensch das wird doch wohl zu schaffen sein.
Und auf einmal setzt der Frühling ein.

Und dann, ja und dann?! Dann wird sich erst richtig ein Grauen zeigen. Was da alles überdeckt und versteckt ist vom Schnee. Und wenn der erst weggetaut ist, da habe ich Berg- und Tal Autowanderungen von Loch zu noch mehr Löchern auf den aufgerissenen Berliner Straßen vor mir oder noch und nöcher Müll-Sightseeing Touren durch den Kiez und muß dabei ständig aufpassen, daß Lotti nicht alles zu fressen versucht.
./.

P.S. Apropos Lotti. Gehe ich gestern abend kurz vor Mitternacht Gassi, steht ein VW Van an der Straßenecke vor dem SPD Haus. In dem Van, bei runtergelassener Seitenscheibe, zwei Männer, die ihrem Aussehen und Habitus nach von einem Security- oder Inkassounternehmen oder Zivilfahnder hätten sein können.
Spricht mich der Beifahrer durch das geöffnete Seitenfenster, den Arm lässig abgelegt, an: 'Hausmeister Krause?!'
Ich stelle mich erstmal begriffsstutzig, obwohl mir gleich klar ist, worauf er anspielt. Aber zum einen kann ich die sogenannte Comedy/Sitcom 'Hausmeister Krause' nicht ausstehen. Zum anderen allerdings schien es mir dann nicht angebracht, mich mit diesem Mann zu dieser Uhrzeit in dieser Gegend genau darüber auszutauschen, zumal dessen Bemerkung als grundsätzlich freundlich gemeint aufzufassen war.
In mein vermeintlich begriffsstutziges Nachdenken hinein wiederholt der Mann noch einmal sein 'Hausmeister Krause' und nickt mehrmals mit dem Kopf in Richtung Lotti. Ich verkneife mir natürlich ein 'Jaja, hab schon kapiert', um die prinzipiell gute Stimmung nicht zum Kippen zu bringen, andererseits will ich das auch nicht auf mir sitzen lassen. Mich mit Hausmeister Krause alias Tom Gerhardt zu vergleichen das hätte mir nichts ausgemacht. Aber Lotti mit Krauses Dackel Bodo in Verbindung zu bringen, nee, das konnte ich nicht zulassen. Bodo sieht nämlich ungefähr so aus.

(Kurzhaardackel: Bild aus Wikipedia.org>Dackel)

Ich stelle mein Gesicht nun auf 'Ah, habe verstanden', und sage, mich ganz aufs Sachliche zurückziehend und beschränkend, kopfschüttelnd und auf Lotti weisend:
'Nee nee, Rauhhaar.'
Nun weiß ich nicht, ob dieses Argument den Mann wirklich überzeugte. Auf jeden Fall nickt er wie verstehend, und ich überquere, nicht ohne noch eine Abschiedsarmbewegung gemacht zu haben, die von dem Mann erwidert wird, zügig mit Lotti die Straße.

 
 Lotti (hat doch nun wirklich nichts mit Hausmeister Krause gemein)