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Montag, 27. September 2010

War Christo hier?

Mit Sicherheit nicht. Der ist sauer auf Berlin.*

Wer aber hat, - reibe ich mir kurz nach Sonnenaufgang gestern verwundert die Augen, - das Arbeitsamt - 'schuldjung! (Bundes)Agentur für Arbeit, Zweigstelle Wedding - wer also hat das Arbeitsamt gegenüber verpackt?



Ich könnte schwören, das war gestern abend so noch nicht. Nur kann das nicht sein.
Doch nur weil etwas nicht sein kann, heißt das noch nicht, daß es nicht war oder ist. Alles kann sein, was der Fall ist.

Und der Fall ist: Das Arbeitsamt gegenüber ist verpackt! Da kann man seinen Augen trauen:

Eine Baumaßnahme oder eine Säuberungsaktion am Gebäude, ist das der Grund für die Einpackerei?
Aber das wird nicht über Nacht gemacht. 

Und in einer Nacht- und Nebelaktion muß das durchgezogen worden sein. Ich hätte das doch sonst am Abend vorher mitbekommen, wenn die Planen schon gehangen hätten. Ich war ja noch spät mit Lotti unten.

Dann kommt eigentlich nur die Bundesregierung in Frage, die die Verhüllung des Arbeitsamtes angeordnet hat. Gerade werden doch die neuen HartzIV-Sätze - kurz HIV -  durchs Dorf getrieben. Mit 5 € pro Monat HIV-Erhöhung auf jede Titelseite, in jede Talkshow.

Sollte die Verpackung also prophylaktisch vor möglichem Eier-, Tomaten- oder Steinebewurf schützen?

Da wäre die Bundesregierung jedoch übervorsichtig gewesen. Ein Bewurf des Gebäudes aus Protest gegen diese nur minimale Anhebung der HIV-Regelsätze ist eher nicht zu erwarten, da schon mal 70 Prozent der Deutschen sowieso gegen jede Erhöhung der Sätze sind.

Nun summieren sich die 5 € übers Jahr auf circa 350 Mio €. Das könnte von den 70 Prozent zum Anlaß genommen werden, gegen die aus Steuergeldern bezahlte HIV-Anhebung zu protestieren. Doch keine Übervorsicht unserer Bundesregierung?!

Ich denke doch, denn das ist ungefähr der Betrag, den die KfW noch mal eben schnell Lehman Brothers nachgeschmissen hatte, als diese schon pleite waren. Da flogen auch keine Steine, auch nicht als es weiter aus Steuergeldern generierte Boni regnete.

Laut Beschluß des Bundesverfassungsgerichts sollten die Wertentscheidungen bei der Berechnung des Regelsatzes transparent und schlüssig begründet werden.

Transparent, so ungefähr?


Da war die Bundesregierung mit der Undurchsichtigkeit der Verhüllung(saktion) vielleicht nur unfreiwillig ehrlich.


Oder war Christo doch dagewesen und hatte verhüllen lassen, um zu enthüllen, was für ein wohlgestaltetetes Gebäude das Arbeitsamt eigentlich ist - architektonisch, nicht politisch.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/volle-packung/1941982.html

Mittwoch, 17. Februar 2010

Ein gefundenes Fressen für Guido

Mit Lotti Gassi gehen ist nicht einfach Spazieren gehen plus Hund-an-Leine.
Man muß verhindern, daß sie x-mal pro Gassigang überfahren wird; man muß im Auge haben, welche anderen Hunde, und vor allem Hundebesitzer, sich in der Nähe aufhalten; man muß Verletzungsherde wie zerbrochene Bierflaschen oder abgelegten Hausratsmüll umschiffen, und man muß last-but-not-least (oder: was-zuletzt-kommt-muß-nicht-das-Letzte-sein) Lotti ständig von Freßbarem am Wegesrand wegzerren.

Sehr beliebt die Packung Margarine, seit mindestens vier Wochen im Angebot, und wetterbedingt immer noch frisch:


Oder dieser Apfelgriebsch - ein, zwei, drei, viermal reingebissen und weg damit; achtlos wird der größere Teil des Obststücks entsorgt. Da muß es ja einer dicke haben, dachte ich anfangs.


Und es wird noch besser. Ein bißchen großzügig Obst und Gemüse eingekauft, und - wir hams ja!  und überhaupt was solls! - wozu in den Müll, gleich unterwegs im Park entsorgt, so schien es mir.


Dazu ein kleines Brotsortiment; bißchen Unterlage bräuchte der Mensch ja auch.

 

Ein Stück Pizza mit Wodka zum Nachspülen rundete das Menü ab.

Und ich kann dann zusehen, war ich etwas voreilig angesäuert, wie ich Lotti im Zaum halte.

 


Das hier war heute vormittag. Schlagartig fuhr es mir da in die Glieder! Zisch! Boing! Dong!
Was, wenn das alles Guido 'The Talib' Westerwelle zu Gesicht bekäme. Das, das wäre - das wäre DAS gefundene Fressen für ihn.

Stell dir nur vor, dachte ich, der besucht hier den Sprengel-Problemkiez - in seiner Eigenschaft als Außenminister nicht undenkbar - und ich hör schon sein Geifern ...
schon immer gesagt Hort der spätweddinger HartzVier Dekadenz ...
schon immer gesagt Leistung muß mehr sein als mit wertvollem Essen um sich zu werfen ...
schon immer gesagt hier sieht  man wo schon immer gesagt sozialistisches Gedankengut schon immer gesagt hinführt ...

Zur Strafe, denke ich mit kaltem Schweiß auf der Stirn, schickt er dann die Taliban Aussteiger hierher ins Viertel.

Sachlich habe ich keine Lust, mich mit diesem fundmentalistischen FDP-Schnösel-Klugscheißer (alles Pleonasmen) GAU-Vizekanzler auseinanderzusetzen, der und dessen Partei seit Jahrzehnten nichts mehr dazulernen:
Dazu verweise ich auf folgende 'unverdächtige' Links:

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,678574,00.html
http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Guido-Westerwelle-Sozialstaat-Mindestlohn;art141,3032619
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,678690-2,00.html

Die meisten Essensreste verschwinden übrigens innerhalb geraumer Zeit wie von selbst. Krähen, Füchse,Tauben, verschiedene Vögel, sie alle machen sich darüber her. Das Brot- und das Obst-Gemüsesortiment oben auf den Bildern macht auch nicht den Eindruck, als wäre es durch achtloses Wegwerfen zustande gekommen, sondern das wurde von jemandem so hindrapiert, auf daß es leicht gefunden wird von den Tieren, die ansonsten gute Chancen hätten zu verhungern.

Herr Vizekanzler der BRD! Solidarität, sogar mit unbekannten frei lebenden Tieren findet man hier.
Is' nix für Sie, oder? Aber Guido, wir wissen, wo dein Auto steht.